Tauchausflug der Padertaucher zum Grevelinger Meer nach Scharendijke – 12. – 14.07.2019

„Schön, dass Nina alles für ein ausgedehntes Tauchwochenende am Grevelinger Meer organisiert hat“, freut sich Heiner auf unserem Weg in die Niederlande. Trotz seiner über 1.000 Tauchgänge, die ihn schon zu den schönsten Tauchspots weltweit geführt haben, ist es auch für ihn der erste Tauchgang im Grevelinger Meer.

Nina kommt aus Mühlheim und studiert aktuell in Paderborn, worauf die Padertaucher in den Genuss einer weiteren qualifizierten und engagierten Tauchlehrerin kommen. Der Mühlheimer Tauchclub fährt regelmäßig zur Tauchausbildung in die Niederlande. Dadurch kennt Nina die Tauchplätze wie ihre Studentenwohnung.

Unser Basislager ist im „De Kabbelaar“ direkt im Hafen von Scharendijke. Die Unterbringung in Mehrbettzimmern ist einfach, die Tauchinfrastruktur lässt aber keine Wünsche offen. Als wir ankommen ist das Zimmer noch nicht frei, also erst einmal tauchen. Ecki ist mit seinem Wohnmobil angereist und begleitet uns.

Wir ziehen uns direkt in der „Bais“ um und gehen von dort die 100 m zum Steg schon in kompletter Ausrüstung.

Unterwasser tobt das Leben
Der Betreiber vom „De Kabbelaar“ hat einige „Reefballs“ als künstliches Riff versenkt um Flora und Fauna einen attraktiven Lebensraum zu schaffen. Die Treppe ist flach, unterwasser aber zunehmend glitschig, wir gleiten ins Wasser und müssen erst einige Meter schwimmen, bis wir abtauchen können. Unterwasser tobt das Leben, überall Krabben zwischen dem ausgedehnten Algenbewuchs, Schwämme, Seesterne, Seescheiden, Muscheln und Anemonen bekommen wir vor die Maske.

Das Grevelinger Meer ist durch einen Damm vor Scharendijke von der Nordsee abgetrennt, dadurch werden die Gezeiten reguliert, in Scharendijke gibt es keinen Tidenhub und es mischt sich Salz und Süßwasser zum sogenannten Brackwasser.

Nach unserem ersten Tauchgang trudeln nach und nach weitere Padertaucher ein und wir planen den nächsten Tauchgang am Tauchplatz „Den Osse Kerkweg“. Die Infrastruktur mit öffentlichen Münzfüllanlagen und sogar warmen Münzduschen lockt viele Taucher an. Vom Parkplatz ist es nicht weit bis zum Wasser, wenn man nur nicht immer vorher den Deich überwinden müsste.

Überall Hummer
Im Wasser ein ähnliches Bild wie vorher, viel Bewuchs und Diversität, hier noch viel mehr, überall sehen wir Hummer und auch eine kleine Gruppe Rippenquallen, die in allen Regenbogenfarben das Licht unserer Tauchlampen reflektieren.



Nach dem Tauchgang beschließen wir den Tag im direkt am Parkplatz gelegenen Restaurant mit leckeren Kibbelings und Süßkartoffel Pommes Frites.

Die Tauchgänge vom Strand sind einfach, wir hatten eine deutliche Sprungschicht bei 12 m, darunter war das Wasser dunkel, klar und kalt. Der Bewuchs lässt dann auch schnell nach und es gibt nur noch Sand und Schlick. An der Wasseroberfläche hatten wir im Juli ca. 20°C. Leider war die Sicht auf nur wenige Meter beschränkt, wahrscheinlich durch den starken auflandigen Wind, der das ganze Wochenende herrschte.

Die Reefballs werden von den Pflanzen und Tieren dankbar angenommen, dadurch gibt es im Bereich der künstlichen Riffe sehr viel zu sehen. Fotografieren war aufgrund der vielen Schwebteilchen eine Herausforderung, Makroaufnahmen waren gut möglich.

Müde fiehlen wir in unsere Stockbetten und träumten von ….

Ausgeschlafen und durch ein ordentliches Frühstück gestärkt, wollten wir uns den Tauchplatz in Scharendijke genauer anschauen. Es war immer noch sehr windig und die Sichtweite lag bei nur etwas mehr als 1 m. Anscheinend waren auch die Schleusentore geöffnet, es zog uns beständig Richtung Damm. Direkt neben dem Tauchgebiet ist Fischereizone und wir stießen auf eine ca. 30 m lange Reuse, welche schon voller Krabben und Krebse war. Das erklärt natürlich warum beim „Kerkweg“ viel mehr Tiere zu sehen sind. Während wir uns die Zeit Unterwasser mit Fotografieren vertrieben haben, waren andere Taucher mit Ausbildung beschäftigt. Es wurden Orientierungs- und DTSA**-Übungen an diesem Wochenende abgenommen.

Bis auf diesen Plattfisch, haben wir nur wenige Fische gesehen. Ansonsten ist der Tauchplatz berühmt für die Franzosendorsche, vielleicht beim nächsten Mal.

Abends ging es dann in ein Restaurant zum Muschelessen und wir tauschten uns über unsere Tauchgänge und Eindrücke aus. Das Highlight war der kurze Besuch eines Seehundes bei einem der Tauchgänge.

Am nächsten Morgen haben wir uns vorgenommen zu dem großen Schubleichter zu tauchen. Alle Unterwasserattraktionen sind mit Bojen an der Oberfläche gekennzeichnet. Dadurch kann man sich schon Überwasser gut orientieren und die Entfernungen vor dem Tauchgang einschätzen. Das Wrack liegt weit draußen und es ist schon eine gute Strecke dorthin zu paddeln. Das Deck im Heckbereich ist in 24 m Tiefe. Das Deck ist von einer dicken Sedimentschicht bedeckt. Die Ladeluken sind offen. Der Strahl unser Tauchlampen reicht nicht bis auf den Boden des Laderaumes. Der Kahn hat eine ansehnliche Größe von über 50 m und ist komplett bewachsen. Allerdings ist bei unserem Besuch keine Fauna zu sehen. Aufgrund der Tiefe und Entfernung machen wir uns auf den Rückweg zum Ausstieg.

Damit endet ein interessantes Tauchwochenende in Zeeland und wir machen uns auf den Heimweg nach Ostwestfalen.

Fotos: Marius Schuff

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